Literatur, Music/Musik

Musik & Literatur: EINSAMER NIE ALS IM AUGUST: …

Ligia Loretta - Vocals, Kompositionen / Emmanuel Maze - Akkordeon / Thorsten Zimmermann - Kontrabass

Ligia Loretta Cristea mit ihrer Band “Ligia Loretta Quartett”
Ligia Loretta – Vocals, Kompositionen
Emmanuel Maze – Akkordeon
Alfred Lang – Trompete, Flügelhorn
Thorsten Zimmermann – Kontrabass und Irmi Horn (Lesestimme) gestalten einen besonderen Sommernachmittag, der sowohl zum Innehalten, aber auch zum bewussten Zulassen von Emotionen und Empathie einlädt.

Das Benn-Gedicht gibt dem Programm zwar den Titel, aber in Wirklichkeit ist es Désirée Ruprich gewidmet (Wandervögel u. andere Gedichte).

Desirée Ruprich
IN DER DÄMMERUNG

Die Desirée-Quelle in St.Radegund bei Graz trägt ihren
Namen nach Desirée Ruprich (1890–1918), einer Tochter von
Gustav Ruprich – Nachfolger und Schwiegersohn von Dr. Gustav Novy), die als Dichterin bekannt ist. (Zwischen 1921und 1956 war die jetzige Dr. Pollak-Quelle nach ihr benannt.)
Die von August Demelius in St. Radegund am Fuße des
Schöckls begründete Kaltwasser-Heilanstalt erhielt 1841
offiziellen Status und war die erste ihrer Art in der Steiermark.
Josef Schindler, der Nachfolger von Vincenz Prießnitz in Gräfenberg
(heute Lázně Jeseník, Tschechien) , übertrug die
Leitung der Heilanstalt in St. Radegund seinem Assistenten
Gustav Novy, der ab 1864 St. Radegund zum Kurort von internationalem
Rang machte und Bauherr des großen Kurhauses
war. Gustav Ruprich steigerte den Zustrom ungarischer Gäste
und war 1896–1912 Leiter der Kuranstalt, deren Blütezeit mit
dem Ersten Weltkrieg zu Ende ging.
1908 kam es zur ersten wissenschaftlichen Untersuchung der
St. Radegunder Quellen, die in Form von Quellenwegen in
den Kurbetrieb eingebunden waren. Die an der „Ungarischen
Runde“ gelegene Demelius-Quelle wurde 1830 gefasst und
ist mit Bruchstein-Mauerwerk gestaltet. Daneben findet sich
der um 1840 angelegte und 2014 revitalisierte „Doktorteich“.
Eine weitere Quelle, die wegen ihrer leichten Erreichbarkeit
den Namen „La source des paresseux“ (Quelle der Faulen)
trug, ist seit 1956 als Dr. Pollak-Quelle (nach Sepp Pollak,
Kurarzt ab 1922) bekannt. Die ursprüngliche Gestaltung mit
Bruchsteinen wurde durch eine Marmor-Einfassung bereichert
(ehemals mit bekrönender Darstellung des die Jungen mit dem
eigenen Blut zu neuem Leben erweckenden Pelikans nach dem
„Physiologus“).

Gottfried Benn (1936)
Einsamer nie als im August:
Erfüllungsstunde – im Gelände
die roten und die goldenen Brände,
doch wo ist deiner Gärten Lust?Die Seen hell, die Himmel weich,
die Äcker rein und glänzen leise,
doch wo sind Sieg und Siegsbeweise
aus dem von dir vertretenen Reich?Wo alles sich durch Glück beweist
und tauscht den Blick und tauscht die Ringe
im Weingeruch, im Rausch der Dinge −:
dienst du dem Gegenglück, dem Geist.

INFORMATION

  • Aus organisatorischen Gründen bitten wir um Anmeldung bis spätestens 2 Stunden vor Programmbeginn unter kunstgarten@mur.at oder +43 316 262787