Ausstellung/Exhibition

RUND UM DICH UND MICH

Constanze Kratzsch TROPI, Serie "Bewusstsein, Awareness" 2017

Constanze Kratzsch “Abseits/Offside” 2017

Eröffnung im Mai 2018 –  Constanze Kratzsch, Katrin Lorenz, ResanitaLisa Reiter  im Rahmen von aktuelle kunst in graz

Abseits des Hauptweges weht eine zerknüllte Zeitung an einem stählernen Sicherheitszaun, hinter dem sich ein einsamer Kontrollgang – angrenzend an ein leerstehendes Gebäude unmittelbar am Hafen von Liverpool – verbirgt. Und in vielen Städten ist dieser Anblick ebenso immanent. Achtlosigkeit und Kälte, Unempfindsamkeit, Interesselosigkeit … Menschen wohnen geballt in Städten, als würden sie die Gesellschaft suchen. Gleichzeitig sind sie einander fremd, schmeißen ihren Abfall, Zigarettenkippen etc. auf den Weg, Haltestellenplätze … scheren sich nicht drum, wie ihre Umwelt aussieht. Bestimmend ist ihre Bequemlichkeit, ihr höchstpersönliches Bedürfnis nach ihrem Glück. So ist bei vielen auch das Bewusstsein für die Natur, und damit zu sich selbst finden unbedeutend. Kratzsch will die Wahrnehmung für die Umwelt und die Lebewesen um uns herum schärfen, uns entdecken lehren, um unsere Sinne zu erweitern.

Die 2 Bilder von Constanze Kratzsch – ca 160 x 105 cm – an der straßenseitigen Glasfront Payer-Weyprecht-Sr. 24-26 sind für alle PassantInnen sichtbar. Einerseits doppelt “Abseits/Offsite” geradezu die Situation des Unterwegssein in der Öffentlichkeit und die Achtlosigkeit von verschiedenen ErdenbürgerInnen hinter einem ähnlichen Zaun wie auf dem Bild. Gleichzeitig wird durch das zweite Bild TROPI das Bewusstsein über die magische Erscheinung von Natur angesprochen.

Constanze Kratzsch, 1984 auf der Insel Rügen geboren und aufgewachsen, führte das Unbekannte nach Berlin. Ausgebildet bei Dr. Christiane Stahl, Dozentin Eva Maria Ocherbauer an der Neuen Schule für Fotografie bei Dozentin Linn Schröder an der Ostkreuz Schule für Fotografie und in der Meisterklasse Maix Mayer (Sommerakademie Venedig) vermitteln ihre Arbeiten die Vanitas in visuell poetischer Weise. Sie schafft eine Kombination aus Alt und Neu. Ihre Bildersprache ist surreal., teilweise Pop Art und Dada bewegt. Sie kreiert eine Welt, in der sie Vergangenes, das Jetzt, Zukünftiges visualisiert. Damit ist sie Aufdeckerin und Vermittlerin.

Skizze_Lisa-Reiter_Unter-dem-Darunter_kunstGarten 2018

Stalagtiten-Strumpfhosen-Installation , Lisa Reiter

Lisa Reiter: UNTER DEM DARUNTER
Unter dem zeltartigen Planen-Dach der Tribüne und Bühne von kunstGarten wird von Lisa Reiter eine Installation montiert, die eine gewisse Ähnlichkeit mit Tropfsteinen einer Höhle hat. Durch das Tageslicht mit Sonnenschein von oben und von der Seite, wie auch am Abend bei Veranstaltungen mit der Beleuchtung von unten, werden zusätzlich zur stalaktitenartigen Grund-Formation spannende Bilder und Schatten in dieser nomadischen Architektur enstehen, deren Stalagmiten-Pendants die BesucherInnen darunter darstellen. Bezug wird damit auch genommen auf das gewachsene Darunter von vor 2018: 100 Jahre Republik.

Lisa Reiter verwendet in ihrer Arbeit Seidenstrumpfhosen, deren Erscheinung und Haptik unweigerlich an etwas Menschliches und damit Körperliches erinnern. Ihre Installation spinnt und spannt die Thematik des Darunter weiter fort und nimmt sich die Ebene unter dem Darunter vor. Unsere Vergangenheit, die noch immer zu spüren ist, soll bewusst werden, ebenso, dass es Menschen sind, aus Haut und Knochen, die unter einem repressiven System leiden, oder ein solches Regime bewusst herbeiführen. Fragen werden aufgeworfen: Was unter gesellschaftlichem Normverhalten keimt und welches Geschichtsbewusstsein für eine positive Entwicklung nötig ist?

Resanita & Kathrin Lorenz