ARCHIV HORTOPIA:

Kunst.Garten.Bibliothek/Videothek. Öffnungszeiten der Jahresausstellung und Mediathek : FR 15:30-19:00 Uhr, SA 15:30-19:00 Uhr und täglich nach Voranmeldung.  Bei uns gibt es Katzen, AllergikerInnen sollten es wissen! Betrifft besonders das INDOORS-Programm! Förderbeitrag für Besichtigung: Euro 1,00; Führung: € 7,00. Gruppe € 3,50 pro Person. Bibliotheksjahreskarte: Euro 7,00 / 5,00 ermäßigt.

GardenVIEW im Mai

GardenVIEW im Mai, Arbeiten von Hartmut Skerbisch, Ingeborg Strobl, Alexandra Gschiel

Renate Kordon, LICHTWESEN im Winter

Renate Kordon, LICHTWESEN im Winter

Medienskulptur Gartenbibliothek (WAVES, Intervention von Humberto Diaz 2014 -CUB)

Medienskulptur Gartenbibliothek (WAVES, Intervention von Humberto Diaz 2014 -CUB)

KUNST IM ÖFFENTLICHEN RAUM / PUBLIC SPACE

PAYER-WEYPRECHT-INSELN / DAS GARTENLABYRINTH im Herbst 2011, noch gepflegt von kunstGarten.

Gabi Berger_NORDSTEINE 2006

Gabi Berger_NORDSTEINE 2006

kunstGartengepflegtes GARTENLABYRINTH_20111011_7116

kunstGartengepflegtes GARTENLABYRINTH_20111011_7116

Jänner – Dezember // FR, SA 15:30-19:00

kunstGarten

KUNST

Contemporary Art SKULPTUREN,  INSTALLATIONEN UND BILDER IM KUNSTRAUM GARTEN UND IN DER BIBLIOTHEK //

Gabriele BergerCrista BrandstaetterFrancesca CataldiLuisa CelentanoBrigitte Coudrain, Andrea FianAnna Gerlitz-Ottisch, Alexandra GschielSwaantje GüntzelDoris HansenLore HeuermannStefanie HilgarthRebecca HornLotte HubmannAgnes Christine KatschnerRenate Kordon  Lena von Lapschina, Monika Lederbauer, Eva MohringerPaula MuhrClara OppelEva PliemAndrea PierusCarol RobertsonIrmgard SchaumbergerMonika Schönbacher-FrischenschlagerChihiro SatoFriederike SchwabKathrin M. SieglIngeborg Strobl, Miriam Tinguely, Eva Ursprung, Matta Wagnest, AljoschaAdrian BuschmannGunter Damisch  Ptolemy ElringtonAnton S. FrickJosef FürpaßJakob Gasteiger, Alfred GrafChristian KRI KammerhoferWalter KöstenbauerKonrad LimbeckHeribert MichlHans NevidalAlen OžboltKeyvan PaydarGünther Pedrotti,  Ferdinand PenkerGerhard RaabJürgen RajhMarkus RedlAlfred ReschOto Rimele, Manfred ŠafrJürgen SchieferErwin Schwentner (Leihgabe), Hartmut SkerbischTrevor SuttonVictor Velculescu …  loten mit ihren Arbeiten die Beziehungsgeflechte zwischen Natur und Zivilisation, Urformen und artifiziellen Gegenständen aus, machen Alltagsästhetik neu bewusst und hinterfragen ironisch-kritisch Haltung und Befindlichkeit unserer Kultur zur Natur. // Kantine geöffnet. 

GARTEN

FLORA PERFORMING produziert permanent Stimmungen und ihre Pflanzen institutionalisieren den 1.300m² großen Wabi-Sabi*Garten, der auch Lebensraum für über 200 historische und moderne Rosen ist, als Kulturarchiv.

Indoors: Präsenz- und Leih-MEDIATHEK (BIBLIOTHEK/VIDEOTHEK), Webkatalog

MEDIENSKULPTUR GARTENBIBLIOTHEK ca 4500 Titel Gartenliteratur aus 5 Jahrhunderten. VIDEOTHEK 3500 Titel Filmkunst

* WABI-SABI   侘寂  “Es nährt alles, was authentisch ist, da es drei einfache Wahrheiten anerkennt: nichts bleibt, nichts ist abgeschlossen und nichts ist perfekt.” Richard R. Powell

WABI: Einsamkeit, Traurigkeit, aber auch Ruhe und Ausgeglichenheit // SABI: Abgenutztheit, Alter, mit Gebrauchsspuren versehen.
Ein Geschmack von Abschied von Überflüssigem und von einer stillen Freude an der gewonnenen Freiheit, gleichzeitig unerschrockenes, unverdrossenes Annehmen der Mühen und der Alltäglichkeit des Lebens. Wabi Sabi lenkt den Blick auf das Werden und Vergehen in allem und findet die innere Schönheit im äußerlich Unvollendeten, Flüchtigen, Vergänglichen. Die melancholische Stimmung eines Regentages, Patina auf kupfernen Tempeldächern, Lachfalten im wettergegerbten Gesicht eines Reisbauern, eine bewusste Verlangsamung im Lebensrhythmus des Menschen … das alles ist Wabi Sabi.

Zu den Arbeiten von Hartmut Skerbisch: Im kunstGarten sind eine Ur-SPHÄRE, 2005 aus bunten Metallbändern, SPHÄRE 235, 2006, sechs Kreise aus Stahl, die im Verhältnis des goldenen Schnittes zueinander stehen, verschraubt: Eine Annäherung an die ideale Kugelform, die die dynamische Wechselbeziehung zwischen Innen und Außen, Volumen, Hülle und Transparenz sichtbar macht und praktisch als Durchmesser ein FÜNFMILLIONSTEL des Erddurchmessers hat, und der PYTHAGORAS-BAUM, eine besondere Art eines Fraktals zu sehen: Das ursprüngliche Verfahren zum Erstellen eines Pythagoras-Baums basiert auf dem Satz des Pythagoras, in dem auf ein Quadrat zwei weitere, kleinere Quadrate im rechtem Winkel angeordnet werden. Durch rekursives Aufrufen dieser Konstruktionsvorschrift wird ein Fraktal erzeugt, das im Grenzfall der Form eines Baumes ähnelt. Durch den rechten Winkel des eingeschlossenen Dreiecks bleibt die Gesamtfläche jeder Ebene gleich, daher ist die Fläche des Grundelementes (Stammes) genau so groß wie die Summe der Fläche aller äußeren Elemente (Blätter).

Projekte im öffentlichen Raum / Public Space:

Hartmut Skerbisch – DAS GARTENLABYRINTH – die größte Installation des Künstlers für einen Grazer Raum, der sein Park-Aussehen seit Kriegsende nicht verändert hatte und nun seit 2007 eine visuelle, ästhetische und kulturelle Aufwertung in den Gries bringt. // Seit 2012 ist wird das Labyrinth vom Grundstückseigentümer Stadt Graz gepflegt.

PAYER-WEYPRECHT-INSELN

kunstGarten schafft damit einen Begegnungraum mit zeitgenössischer Kunst für alle BewohnerInnen des Bezirks und PassantInnen.

Die Verkehrsberuhigungsinseln vor dem kunstGarten werden freundlicher Weise von der Stadt Graz (Straßenamt und Amt für Grünraum und Gewässer) kunstGarten für Ausstellungen im öffentlichen Raum überlassen. Das Medium Öffentlichkeit soll den allgemeinen Zugang zu zeitgenössischer Kunst ermöglichen und Verständnis für eine neue Wahrnehmung aufbauen.
kunstGarten hat sie 2006 als PAYER-WEYPRECHT-INSELN eingeführt.

Gabriele Berger NORDSTEINE Payer-Weyprecht-Inseln II

Alfred Resch GARTENINSEL FRANZ JOSEFS, 2006

Alfred Resch GARTENINSEL FRANZ JOSEFS, 2006

Alfred Resch DIE GARTENINSEL FRANZ JOSEFS oder GRIESSNOCKEN CODEX AUSTRIA 2006 – Payer-Weyprecht-Inseln I
Der Straßenname „ Payer – Weyprecht – Straße“ für die Verkehrsfläche vor dem Kunstgarten in Graz ist untrennbar mit der Entdeckung von „Fanz Josef Land“ verbunden. 1872 wurde die ausgedehnte Inselgruppe für Österreich in Besitz genommen.
Die gegenständliche Verkehrsinsel in Graz ist jedoch fruchtbarer als die gesamte Inselgruppe im Nordpolarmeer, worauf die Installation mit der Verwendung von Steinmaterial hinweist.
Die Stadt Graz hat sich für eine Daueraufstellung entschieden.

Jens J. Meyer EN FACE, Aritst in Residence 2006

Jens J. Meyer EN FACE, Aritst in Residence 2006

Jens J. Meyer EN FACE (eine imaginäre Kommunikationsbrücke) 2006 eine Installation von/am kunstGarten und TELEKOM AUSTRIA, von TELEKOM kooperativ gestattet. Payer-Weyprecht-Inseln I.
Wie zwei Enden einer imaginären Brücke ragt die Tuchinstallation ‚en face’ am kunstGarten über den Gehsteig der Payer-Weyprecht-Straße.
Diagonal recken sich die Spitzen der Installation in die Höhe und aufeinander zu, wollen Verbindung aufnehmen mit dem gespiegelten Gegenüber und eröffnen die Kommunikation zur anderen Seite.
‚EN FACE’ entwickelt ein vielfältiges Netzwerk von Bezügen, Verbindungen und Reflexionen und lädt BesucherInnen und Passanten ein, inne zu halten und sich auf eine phantasievolle Entdeckungsreise der Assoziationen zu begeben. Im Dialog von Kunst, Architektur und Natur entsteht eine spannungsreiche, begehbare Rauminstallation; ein Brückenschlag zwischen privatem und öffentlichem Raum.

Gerhard Raab LIEGENDER AKT – Aktstudie – ab 2011. Der Künstler will die Phantasie über die abstrahierte Form seiner liegenden Figur anregen.

Gerhard Raab_AKTSTUDIE 2011

Gerhard Raab_AKTSTUDIE 2011

I.A.M. Horn

Kunst im Wandel?

Seit ich denken kann, hatte Kunst für mich einen sozialen Aspekt.

Es war ein Ereignis, ein Empfinden, ein Lebensbestandteil, Lust – für Einzelne erst bedeutsam im kommunikativen Austausch mit Anderen:

denn sowohl das Entstehen erfolgt im Äußern – nach außen dringen – wie auch das Präsentieren, das ohne Publikum keine sinnhafte Verbindung mit der Menschenwelt herstellen könnte.

Da ich Kunst als ein mediales Konzept und Konstrukt verstehe,

bedarf sie auch der RezipientInnen.

Wenn uns nun also ein Wahrnehmungs-, Denk- und Fühltransfer ermöglicht wird durch die Kunst, stehen das Andere und Eigene, das Fremde und das Heimliche im Diskurs: mit dem ich, und das ich dem du.

Dass Kunst dadurch naturgemäß eine ungeheure politische und kulturanalytische Bedeutung zukommt, macht die Verantwortlichkeit des Staates deutlich:

Kunst als ein Antrieb und eine Kraft für neues Denken und Handeln.

Der Einsatz, den Interessierte in den 60-er Jahren brachten, um den Mief des Dritten Reichs wegzukriegen, hat hier in Graz doch einigen Erfolg gezeitigt: Forum Stadtpark, Trigon, Steirischer Herbst.

Ein frischer Luftzug ließ viele aufatmen. Es schien als zöge eine neue Ära des Denkens ein: Die Schleier werden von den versteckten bösen Heimlichkeiten gezogen. Alles wird hergezeigt und es beschämt und schockt!

In den 70-er Jahren etablierte sich das Happening beim kunstinteressierten Publikum, und gegen Ende der 80-er machte es langsam, da sich beim etablierten Kunstpublikum eine Übersättigung an extravaganter, voyeuristischer Präsentation zeigte, Groß-Events Platz: Ausstellungen, Festivals, Biennalen… Und wer sich da präsentieren kann, steht im Rang hoch oben. Wenn es um den Zuschlag von Kulturmeisterschaften geht und worldwide die Blicke auf Graz gerichtet sind, wird schon ordentlich präsentiert. Das hat Tradition!

Was ich sagen will: Die Kunst ist heute mehr denn je ein Markenzeichen der Geldwirtschaft geworden. Eine wirtschaftliche Komponente, die mit Exklusivität und deren Einlösbarkeit derselben durch ein entsprechend  materiell versorgtes Zielpublikum spielt.

Private Sponsoren verfügen über die Mittel und bestimmen durch ihre Subventionen auch den Geschmack.

Die staatlichen Förderinstitutionen halten sich meistens an das schon Etablierte.

Geschmäcklerische Massenanziehungskraft geht leider oft vor, punktet vor Qualität. Schließlich werden Steuergelder vergeben! Wenn es dem Geschmack vieler BürgerInnen gefällt, klingeln die Kassen.

Weit weniger geht an die Anderen: kritisch Suchende, Innehaltende, Nachdenkende, Innovative, die Kunst erproben und anbieten als ihren Beitrag an die Menschheit.

Neue „Einheimische”, besonders weibliche haben es bei uns am „Kunstmarkt” schwer. Das hat auch Tradition! Und Österreich pflegt seine Traditionen!

Ich meinerseits stoße mich bereits am Begriff Kunstmarkt. Denn dieser Begriff koppelt uns wieder ans Geld. Und irgendwie frage ich mich, ob diese vermessen sündteure Kunst nicht nur den Lebensstil des pekuniären Reichtums manifestiert und dadurch glücklich macht: dass sie besessen wird. Nichts gegen Freude am Besitz!

Feudaler Anspruch auf Hauskünstlertum hat immerhin einigen Kunstgewinn gebracht!

Aber wem nützt die oligarchische Besitz-Kunst und Kultur?

Wert sollten aber auch Besitz von Achtung gegenüber der jedem Lebewesen immanenten Würde, Toleranz gegenüber dem Anderen, Mut – vor Unrecht nicht zu schweigen – , Freude am Jetzt und der Zeit des Handelns und Erlebens darstellen, ethische Lust am gemeinsamen Er- und Überleben. Der Zeit, die uns von KünstlerInnen geschenkt wird, sobald ihre Kunst für Andere real existent etabliert ist: Nachdenken, Begreifen, Finden und die Freude der Sinne und des Intellekts daran!

Die Flüchtigkeit des Wissens überwältigt uns und aller Besitzrausch täuscht nicht über die menschliche Eiszeit hinweg. Mit Spenden kaufen wir uns nicht frei.

Die Kunst soll uns teuer sein aber nicht teures Statussymbol für einige wenige: nationale oder private GaleriebetreiberInnen oder eben die gewissen 2%, 5 % – oder sind es doch mehr?

Und ich denke, die designte Gesellschaft der ersten Jahrzehnte im neuen Jahrtausend sollte ein wenig mehr Augenmerk auf das weltliche Geschehen lenken, das mehr denn je vom Geist einer Marktwirtschaft bestimmt wird, der Überfluss und Elend gleichermaßen produziert und Kunst  als Emblem der Macht sanktioniert. Aber Kunst sollte als Freiraum des Individuums, als Ausdruck der Lebendigkeit einer Gesellschaft, als Kultur eines sozialen Staates, als Identität und Intensität des Lebens, als Sprachrohr des Erkennens des unentrinnbaren miteinander Verflochtenen, als Lebens-Lust des Individuums, als Erkennungsidiom persönlicher Sprache, als Vernetzungs-Link zum bestehenden Environment geschätzt und anerkannt werden: Jetzt. Heute.

Graz im Kulturjahr 2003 und auch  ff